Identifikation mit inneren Vorgängen verursacht Leiden.
Dieser Planet bzw diese Realität in der wir leben, ist eine Art Vergnügungspark. Das klingt für jemanden, der leidet, vermutlich wie ein schlechter Scherz. Das liegt an der Identifikation mit dem Leiden und dem Urteil darüber.
Warum sehen wir uns Horrorfilme an und fahren mit der Achterbahn im Vergnügungspark? Weil wir den Thrill und die Spannung lieben. Wir wissen aber zu jedem Zeitpunkt, das wir nicht in einem echten entgleisenden Zug sitzen und niemand wirklich umgebracht wird.
Das ist exakt der Unterschied zu dieser Realität hier. Wir sind so in unseren inneren Vorgängen verhaftet, das wir uns für real halten. Ob Angst, Traurigkeit, Glückseligkeit, Liebe, Gedanken... wir halten sie für so real, das wir ihnen blind glauben.
Und wir haben eine Menge Erinnerungen und Meinungen zu all diesen inneren Vorgängen, ein Urteil gewissermaßen. Angst ist zb etwas Schreckliches. Alleine mit dem Wort sind schon soviele Konditionierungen verbunden. Was, wenn wir das Wort entfernen und nur den inneren Vorgang beschreiben? Könnte man es dann auch als zb nervöse Energie wahrnehmen - die vielleicht garnicht so schrecklich ist, sondern nur durch den Körper hindurch will? Aber durch die Angst vor der Angst machen wir "zu" und halten damit unbewusst an dem, was eigentlich nur als Erscheinung in unserem Bewusstsein auftritt und weiterziehen möchte, fest.
Wenn wir einen Schritt zurück machen und die Emotion oder den Gedanken als etwas wahrnehmen, das jetzt gerade da ist und sich zeigen will - aber dabei bewusst bleiben und uns erinnern, das wir nicht dieser Gedanke oder diese Emotion sind - dann wird jede Erfahrung plötzlich zu etwas spannendem, etwas einmaligem, einer wundervollen Gelegenheit. Selbst Schmerz, Depression, Angst werden dann zu etwas faszinierendem... man wird zu einem Wissenschaftler, der eine Entdeckung macht.
Oder wie jemand, der Achterbahn fährt und die Fahrt jubelnd und kreischend genießt - in dem Wissen, das sie sehr temporär und nicht wirklich gefährlich ist - auch wenn es sich so anfühlt.
Identification with inner processes causes suffering.
This planet — or rather, this reality we live in — is a kind of amusement park. That probably sounds like a bad joke to someone who is suffering. But that’s only because of the identification with suffering and the judgment about it.
Why do we watch horror movies or ride roller coasters in an amusement park? Because we love the thrill and the excitement. But at every moment, we know that we are not actually sitting in a derailing train and that no one is really being killed.
That is exactly the difference to this reality here. We are so entangled in our inner processes that we mistake them for reality. Whether it’s fear, sadness, bliss, love, or thoughts — we believe them to be so real that we blindly trust them.
And we hold a lot of memories, opinions, and judgments about all these inner processes. Fear, for example, is considered something terrible. The word itself is already loaded with layers of conditioning. But what if we take away the word and simply describe the inner process itself? Could it then be perceived, for example, as nervous energy — which maybe isn’t so terrible after all, but simply something, that wants to move through the body?
But because we are afraid of fear, we tighten up, we contract — and in doing so, we unconsciously hold on to something that actually only wants to appear briefly in our consciousness and then pass by.
If we take a step back and perceive the emotion or thought as something that is simply here right now — something that just wants to show itself — and at the same time stay conscious and remember that we are not this thought or this emotion, then every experience suddenly becomes something exciting, something unique, a wonderful opportunity. Even pain, depression, or fear turn into something fascinating.
You become like a scientist making a new discovery.
Or like someone riding a roller coaster — laughing, screaming, and fully enjoying the ride, knowing that it is very temporary and not truly dangerous, even though it feels like it.